Meinungen April/Mai 21

Meinungen zum Industriegebiet Hungerberg in Dettingen, zur Verwaltung und Informationspolitik von Hr. BGM Haußmann. Wir bedanken uns herzlich für die Beiträge an der Diskussion!

„Die Informationspolitik der Gemeindeverwaltung und inbesondere des Bürgermeisters ist an Einseitigkeit nicht mehr zu überbieten. Und das nicht nur in dieser Sache. Hoffe, dass die Dettinger Bürger endlich aufwachen und mitbekommen wie die Gemeindepolitik bei RH abläuft.“

Dettinger Bürger

„Der Flächenfraß dieses Projektes ist in Zeiten multipler Krisen schlicht unverantwortlich. Nachhaltig ist anders.“

Felix Denzinger

Ein positiver Nebeneffekt der Schutzmaßnahmen im Corona-Alltag ist die Tatsache, dass jetzt die Möglichkeit besteht, bei öffentlichen Gemeinderatsitzungen online reinzuhören.
Dieses Angebot habe ich, ebenso wie viele andere Bürger genutzt, um mir ein Bild über die Gemeinderatsarbeit in Dettingen zu verschaffen.
Mit Bedauern muss ich feststellen, dass eine erhebliche Anzahl von Gemeinderäten sich bei Abstimmungen der Stimme enthalten. Sind Mitglieder des Gemeinderats befangen, weil sie z.B. selbst Grundstücksbesitzer sind, ist das erklärbar.
Es stellt sich dabei allerdings die Frage, wurde bei den vorbereiteten Abstimmungen Mitte des letzten Jahres zum Thema „Änderung Flächennutzungsplan“, die Befangenheit einzelner Räte auch ausreichend berücksichtigt? Mir ist das nicht bekannt.
Wären dann die Weichen, damals schon anders gestellt worden?

So, wie von mir erwartet wird, an Wahlen, ob Gemeinderat- , Landtags- oder Bundestagswahlen teilzunehmen und meine Stimme abzugeben, erwarten auch die Bürger von Dettingen, dass die gewählten Gemeinderäte klar Stellung zu solchen wichtigen Themen beziehen.

Fehlt ihnen zu einem Thema der persönliche Bezug, würde ich erwarten, dass die betreffenden Räte die Meinungen der Bürger, von denen sie ja gewählt wurden, in der Abstimmung weitergeben.

Ebenso erwarte ich, dass ein Bürgermeister sich bei einer ausgeglichenen Abstimmung nicht auf eine Seite schlägt, sondern z.B. durch Diskussionen ein eindeutiges Ergebnis anstrebt.

Zum Glück kommt auch wieder eine Bürgermeister- und Gemeinderatswahl.
Wenn bis dahin auch vieles zu spät ist.
Hoffentlich gibt es dann auch genügend geeignete Bewerber.

O.Fogg


Wenn der letzte Baum gerodet
Der letzte Fluss vergiftet
Der letzte Fisch gefangen
Werdet ihr verstehen
Dass man Geld nicht essen kann

frei aus dem Englischen – Dettinger Familie

„Schon in meiner Kindheit in den 50er Jahren haben die Hausärzte immer wieder über die Freihaltung der Frischluftschneide vom Lenninger Tal bis Kirchheim gesprochen. Schon früher gab es viele Erkrankungen bei Kindern, u.a. auch zahlreiche Asthmatiker durch die Kohle- Dampfloks.
Heute sind es keine Dampfloks mehr, sondern die Abgase der Fahrzeuge, durch die wir Dettinger auch bis auf den Guckenrain sehr geplagt sind und an zahlreichen Lungenerkrankungen leiden. Zudem hat der Lärm und der Verkehr durch die B465, durch die Kreisstraße nach Nabern und durch die Autobahn so stark zugenommen, dass man in den Randgebieten von Dettingen und Guckenrain nachts kaum noch schlafen kann.
Der Berufsverkehr und der Stau ist täglich eine Belastung und selbst durch eine Erweiterung der Straßen wäre dieser nicht aufzuhalten.

Das Gebiet zwischen Dettingen und Kirchheim – auch Hungerberg wird genutzt von zahlreichen Vögeln, nicht nur die Feldlerche, sondern auch der Rotmilan, der dem Artenschutz unterliegt. Dieser Vogel benötigt mehr als 300 km² zur Jagd. Genau in diesem Areal liegt sein ständiges Jagdgebiet.

Vögel, Insekten und Tiere lassen sich nicht umquartieren. Alle benötigen ihren besonderen Lebensraum. Auch Pflanzen brauchen besondere Böden um zu gedeihen.
Alle jammern über vertrocknete Böden, über Klimawandel und jeder weiß, dass mit der Versiegelung von Böden auch die Wasservorräte im Boden schwinden und die Luft sich um ein mehrfaches erwärmt. Man jammert über sterbende Bienen, sterbende Insekten und jetzt auch noch über Virus-Mutationen, die uns den Lebensraum nehmen.
Der Mensch zerstört seinen eigenen Lebensraum!
Wer sich dieser Zerstörungswut der Umwelt anschließt, darf keine Kinder in die Welt setzen, denn für diese wird die Luft in naher Zukunft immer dünner.
Mein Apell:
Lasst Baumflächen pflanzen, insbesondere an Autobahnen! Man weiß, dass Bäume die Schadstoffe der Luft aufnehmen können und den Schall reduzieren. Keine Monokultur mehr auf Äckern! Und blühende Landschaften für Insekten ohne Dünger!“

– anonym-


An die Zukunft unserer Kinder denken!
Entscheidungen treffen mit Herz und Verstand,
nicht an der Flipchart mit dem Edding in der Hand!

anonym

2 Gedanken zu „Meinungen April/Mai 21“

  1. Nicht rücknehmbare Veränderungen an der Flora, gerade auch an der Ernährungswichtigen mitsamt ihren belebten Bodenschichten, müssen endlich ihrer Zukunftsbedeutung entsprechend gesetzlich besser geregelt werden. So genannte „dringende Flächenbedarfe“ aus industriellen Gründen mit Verschiebung von Kulturboden darf es baldigst gar nicht mehr geben.
    Auch so genannte umweltneutrale Mobilität ist anzusehen als weitgehend eine der unsinnigen Formen von Wachstum ohne positive Wirkung auf Lebensqualität. Mobilität in jeder Form sollte hinterfragt, Naherholung evtl. attraktiver werden.
    Nahversorgung mit Lebensmitteln sollte besser gefördert werden.

  2. Meine Großmutter erlebte: Erstes Auto in Kirchheim, Dampfzug Kirchheim, Dampfzug Lenningen
    das Fahrrad, den Zeppelin, das erste Flugzeug, Stromanschluss, Wasserleitung, Radio, Autobahn, Holzsäge mit Dieselmotor, Motorspritze, 3 Elektrokarren im Dorf, Telefon, Lanz Bulldog, Dreschmaschine, Plattenspieler, Fernsehen, Kanalisation, Motormäher, Kartoffelroder, Heuwender, Häcksler, Einachs-Schlepper, Staubsauger, Waschmaschine, Düsenjäger, Hubschrauber, Beginn Zersiedelung, Mähdrescher, Massentierhaltung mit Hühnern, Sputnik.
    Bis auf Elektrokarren ist alles geblieben.
    Was blieb ab 1958 aber von: Die Concorde, also das Überschall-Verkehrsflugzeug, der Transrapid, Rohrpost, Glyphosat, Heimwerkerausrüstungen?
    Bleibt uns: Photovoltaik, Windenergie, Mobilfunk, Breitband, Diskotheken, Sushi-Bars usw. erhalten?
    Was soll eigentlich das Ganze?

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